Menü

Alternative Antriebe

Gasautos ab Werk

Vor Jahren führten sie bei uns noch ein Schattenda­sein, heute kennt ihre Popularität kaum Grenzen. Die Ver­breitung von Autos mit Gasantrieb hat gerade zuletzt einen mächtigen Schub bekommen, was daran liegt, dass diese Kraftstoffart vom Staat noch bis 2018 steuerbegünstigt ist.

Opel Zafira Foto: Hersteller 24 Bilder

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um LPG (Liquified Pe­troleum Gas) oder CNG (Com­pressed Natural Gas) handelt. Geläufiger sind den meisten die Bezeichnungen Autogas und Erdgas, für die Autofahrer im Vergleich zum Liter Benzin nicht 1,30 Euro, sondern nur 59 beziehungsweise 91 Cent zahlen müssen. Da kommt beim Tanken eine hübsche Ersparnis zusammen.

Höhere Anschaffungskosten für Gasantriebe

Ein Ford Focus 2.0 LPG zum Beispiel kostet pro 100 Kilo­meter lediglich 5,49 Euro, der vergleichbare Benziner dage­gen 9,23 Euro. Der Schein trügt allerdings, denn in die Rechnung gehören auch die Anschaffungskosten für die Gasantriebe. Diese beginnen bei etwa 1.800 Euro.  Damit die niedrigen Kraftstoff­preise für Freude sorgen, müs­sen häufig mit den Autos viele Kilometer abgespult werden, bis sich der Mehrpreis lohnt.

Der Fiat Grande Punto Natural Power zum Beispiel rechnet sich ge­genüber dem vergleichbaren Benziner erst nach mehr als 130.000 km. Es kann auch schneller gehen, denn Subaru und Chevrolet schenken bei ei­nigen Modellen derzeit den Au­togasantrieb (LPG). Und bei CNG-Autos gibt es örtliche Gasversorger, die mit Tankgutscheinen im Wert bis zu 1.750 Euro winken.

Gasautos meist wertstabiler

Ein Teil der Mehrkosten lässt sich auch später beim Wieder­verkauf herausschlagen. Denn Gasautos sind gegenüber ver­gleichbaren Benzinern in der Regel wertstabiler. Um auf Gas umzusteigen, muss es nicht unbedingt ein Werks­modell sein, viele Benziner sind umrüstbar. Vor allem der Flüs­siggas-Umbau (LPG) boomt. Im Gegensatz zur Erdgas-Vari­ante hält sich hier der Aufwand mit 1.800 bis 3.700 Euro in Grenzen. Der Tank passt schon in die Reserveradmulde und knabbert somit das Kofferraum­volumen nicht an. Beim CNG-Antrieb dagegen ist aufgrund der gasförmigen Speicherung des Kraftstoffs ein Hochdruck­system nötig, das einiges kostet und obendrein viel Platz im Ge­päckraum schlucken kann. Bis zu 5.000 Euro können in den CNG-Umbau fließen.

Vor Gas-Umrüstung Garantiefragen klären

In Sachen Reichweite und Leistung halten sich dafür die Einschränkungen bei beiden Arten in Grenzen. Wer auf die Umrüstung setzt und diese von einer unabhän­gigen Werkstatt durchführen lässt, sollte die Garantiefrage klären. Das ist vor allem bei Fahrzeugen wichtig, für die noch eine Hersteller-Schutzzusage besteht. Bei der werksseitigen Nachrüstung bleibt sie oft erhal­ten, die Montage bei einem frei­en Betrieb kann dagegen zum Erlöschen der Ansprüche führen. Deshalb ist im Vorfeld zu klären, welche Garantien das freie Un­ternehmen anbietet und was sie abdecken.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema "Fahren mit Gas" gibt es hier